Nachwuchspreis 2008
Die Preisträger
1. Platz: Matthias Reuter
Der 31-jährige Matthias Reuter besticht das Publikum durch seine gekonnt lockere Präsentation, die eher beiläufig wirkt. Seine Texte überzeugten dank ihrer sprachschöpferischen Originalität und unaufgesetzten Bildhaftigkeit und wurden hohem künstlerischem Anspruch gerecht. Er fasziniert durch sein frappantes Understatement, sein sympathisches Spiel mit dem Puiblikum, seinem intelligenten und immer originellen Wortwitz, in dem sich die verspielte Musikalität und der präzise "Fugenbau" auf erfrischende Weise und höchstem Niveau kreuzen. Unter dem Titel seines Programms: „Angebote für spezielle Interessen“ verpackt er eine gelungene Mischung aus Sozial- und Politsatire. Sein Programm verfügt über eine ausgewogene Gagdichte voller Überraschungen. Dazu mixt er skurrile, jazzige Lieder und strahlt eine souveräne Ruhe aus. Er macht seit 3 Jahren professionelles Kabarett und war der unumstrittene Tagessieger des 2. Finalabends um die „Krefelder Krähe“ am 9.3.08.
2. Platz: Ludger K.
Ludger K., ebenfalls Generation Golf, macht cooles Kabarett, wie er es nennt. Er brachte Auszüge aus zwei seiner Programme: „Große Worte – kleine Gemeinheiten“ und „RTL ist an allem Schuld“. Mit unvergleichlichem Charme hatte er das Publikum und dessen Interessen durchgehend unaufdringlich im Blick und band es augenzwinkernd an sich. Er überzeugt besonders durch seinen publikumsnahen Witz und seine sehr souveräne Bühnenpräsenz, mit der er den Zuschauer "rattenfängergleich" auf seine Lachseite zieht. Ludger K. sieht sich als Wandler zwischen politischem und gesellschaftlichem Kabarett. Er ist schon ein viel gefragter Kabarettist, der seit 4 Jahren professionell tätig ist. Ludger K. wurde von der Jury einstimmig zum Tagessieger des Finalabends am 7.3.08 um die „Krefelder Krähe“ gekürt.
3. Platz: Erik Lehmann
Er gilt mit seinen 24 Jahren als jüngster Kabarettist Deutschlands und hat schon einen Platz in der Herkuleskeule in Dresden. Mit Auszügen aus seinem inzwischen schon 3. Soloprogramm (!) überzeugte der junge Kabarettist, gewann das Publikum durch einen bekennerhaft offenen Einstieg als Ossi und hielt es durchgehend bei Laune. Er setzte seine authentisch formulierten Texte mit adäquater Intensität und mobilisierender schauspielerischer Dynamik um. Er erfrischt nicht nur durch die Güte seiner Parodien, die in Gestik, Habitus und Sprachlichkeit ein überraschendes und erhellendes Niveau bieten. Auch in der textlichen Schärfe und der inneren Konsequenz seiner Rollenspiele macht er deutlich, dass es ihm über die Pointe hinaus um Kenntlichmachung von Personen und politischen Positionen geht.
Die weiteren Finalisten
- "Creme Double" (Tine Schoch, Katrin Orth, Ralf Siebenand)
- Jan Christoph Poppe
- Thomas Schreckenberger
- Gerald Wolf
- Gabriele Zink
