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Finalisten 2013

Die Preisträger
 

1. Platz: Martin Zingsheim

Martin Zingsheim (28) aus Köln sitzt am Klavier und spielt. Spielt mit seiner Meinung, bis gesellschaftspolitische Kritik und absurde Liebeslieder aus dem doppelten Boden wachsen: „Witz schlägt unbemerkt in Wahrheit um in rockigen Chansons, die weit entfernt sind von der sozialkritischen Massenware“ (Mainzer Rheinzeitung).

Sein aktuelles und zugleich erstes Solo-Programm "Opus meins - Kabarett und Zukunftsmusik" ist ein komödiantischer Rundumschlag: originelle Komik, mitreißende Musik und ein feines Gefühl für Sprache.  Seien es nun kabarettistische Innovationen zu den Themen Europa, Afrika und 1968 oder nie gehörte Persiflagen auf popkulturellen Wahnsinn oder das leiseste Lied der Welt und Diskussionen mit tiefgründigen Stimmenimitationen: Zingsheim verbindet heterogene Elemente zu politischen Chansons, Balladen und scharfer Sprachkritik.

Quelle und mehr Informationen zu Martin Zingsheim: www.zingsheim.com

 

2. Platz: Simon & Jan

Das Duo Simon & Jan bilden Simon Eickhoff (32) und Jan Traphan (31), die seit 2006 gemeinsam auf der Bühne stehen. Zwei junge Männer mit Gitarren betreten die Bühne und bereits mit der lakonischen Begrüßung des Publikums wird klar: Anbiedern ist nicht ihre Sache; dafür aber das Gitarrenspiel. Simon & Jan spielen nicht nur technisch perfekt aufeinander abgestimmt, auch ihre Stimmen gehen in den feinen Arrangements eine mustergültige Symbiose ein.

Doch gerade wenn man sich dieser Harmonie hingeben will, wird man von den bisweilen bitterbösen und oftmals hinterhältigen Texten aus der Entspannung gerissen: Die beiden haben wirklich was zu sagen, die wollen nicht nur unterhalten. Da geht es um den Konflikt zwischen Generationen, um glückliches Scheitern in der Leistungsgesellschaft oder um die Gartenparty, die zu vorgerückter Stunde in einer politisch aufgeladenen Groteske endet. Mit sanften Stimmen werden Politiker beleidigt und esoterisch Sinnsuchende verspottet. Mit düsteren Klängen wird die Apokalypse beschrieben und wenn dann Genitalien auf Wanderschaft gehen und der täglich schallende Werbewahnsinn verdichtet vorgeführt wird, zeigen sich Simon & Jan im besten Sinne albern und verspielt.

Quelle und mehr Informationen zu Simon & Jan: www.simonundjan.de 

 

3. Platz: Aydin Işik

Aydin Işik (34), ein geborenes Migrantenkind, integriert was das Zeug hält, begeisterter Zuschauer von „Musikantenstadl“, thematisiert in seinem neuen Programm "Wahl oder Qual" die nächsten Bundestagswahlen, die vor der Tür stehen. Und? Was machen wir jetzt? Bleiben wir unseren Union-Liberalen Politikern treu und beschäftigen uns auch in den nächsten vier Jahren mit deren Plagiatsaffären oder entscheiden wir uns lieber für den Steinbrück und hoffen, dass wir in seiner Amtszeit auch solche Nebeneinkünfte haben wie er. Vielleicht machen wir einfach was unglaublich Mutiges und wählen die Piraten, unsere Probleme werden zwar durch die jungen, orientierungslosen Politiker dieser Partei nicht gelöst, aber wenigstens wäre für alle ein High-Speed-Internetanschluss sicher.

In seinem Programm beschäftigt sich Aydin Isik mit diesen Fragen, nimmt die bisherige Legislaturperiode der Regierung hart unter die Lupe und geht alle möglichen Horrorszenarien nach den Wahlen durch. Zur Lockerung der Themen und als Unterstützung hat er drei Gäste eingeladen, die mit ihrem Dasein das ganze Deutschland sowohl politisch als auch kulturell und vor allem zwischenmenschlich voranbringen und auch ihren Senf zu der Debatte geben: Schardul aus Pakistan, Kenan aus Kreuzberg und der Gelsenkirchener Bundeskanzlerkandidat Baran O. Bala.

Quelle und mehr Informationen zu Aydin Işik: www.aydin-kabarett.de

 

Die weiteren Finalisten

Christof Knüsel

Christof Knüsel aus München bezeichnet sich selbst als Kabarettist, Lesebühnen-Autor und Slampoet. Er tritt an für diejenigen, denen Comedy zu flach ist und die politisches Kabarett nicht mehr nüchtern ertragen können. Er zündet weniger das klassische Pointenfeuerwerk mit kreuz und quer fliegenden Späßen, wo einem vor lauter Schenkelklopfen schon mal das Denken quer im Hirn steckenbleibt; vielmehr zieht sich eine rote Zündschnur durch das Programm, mit der er die nachhaltige Detonation bezweckt. 

In seinem aktuellen Programm "In 80 Tagen um sich selbst" widmet er sich, unterstützt von einer E-Gitarre und 50 W Wechselstrom, den alten Fragen, mit welcher Attitüde man als Sportreporter einen Banküberfall live kommentiert, wie lange es auf unserem lahmarschigen Planeten eigentlich noch 5 vor 12 ist, warum ein Auftragskiller in der Midlife-Crisis mit seinem Beruf unzufrieden ist, und wie weit ein hypothetisches Hungerkind, wenn es im Kabarett auch mal sein Fett abkriegt, wenigstens als Witz salonfähig ist.

Quelle und mehr Informationen zu Christof Knüsel: www.der-knuesel.de

 

Uwe Kleibrink

Uwe Kleibrink aus Wuppertal alias Kurt Knabenschuh bringt mit seinem Programm "Tach Herr Knabenschuh! – Wie war's?" scharf pointiertes Alltagskabarett auf die Bühne. Er stellt sich realsatirisch den Widrigkeiten des Alltags und anderen banalen Ärgernissen des Lebens.

Alltagskabarett ist eine Mischung aus Kabarett und anspruchsvoller Comedy, bei dem sich Menschen feixend anstupsen, bis sie sich vor Lachen nicht mehr halten können. Es beginnt mit einem Augenzwinkern und endet in Lachsalven, wenn sich das Publikum im Wahnsinn des normalen Alltags wieder erkennt. Kurt Knabenschuh wirft einen differenzierten Blick auf Banalitäten, hat ein besonderes Händchen für Situationskomik und kommentiert trocken und bildreich.

Quelle und mehr Informationen zu Uwe Kleibrink: www.kurt-knabenschuh.de

 

Volker Weininger

Volker Weininger (41) aus Bonn hat jüngst die 40er-Schallmauer durchbrochen. Und wenn andere mit Mitte zwanzig schon ihre Autobiographie schreiben lassen, dann kann man ja selber auch mal vorsichtig über die Schulter zurück blicken. Was war denn bis jetzt? Pubertät, Studium, Stammhalter. Alles abgehakt. Aber ist damit der Platz im Leben wirklich schon gefunden oder liegt da immer noch ein Badetuch drauf? Das Leben ist aber auch ein kompliziertes Kerlchen! Von allen Seiten prasseln die Meinungen auf uns nieder und kein Rettungsschirm in Sicht: Experten, Eltern, Gesetze, Politik, Internet – alle geben ihren Senf dazu. Aber brauchen wir den wirklich?

Volker Weininger stellt lieber selber Fragen: Was verbindet Peter Scholl-Latour und die Perlweiß-Werbung? Warum hat ein Karnevalspräsident Angst vor Rating-Agenturen? Was musst du als Mülleimer in Florida durchmachen? Warum gibt es Ballettschuhe für Säuglinge? Was macht Odysseus im Baumarkt? Was hat die Französische Revolution mit Krötentunneln zu tun? Und wie bringe ich das alles meinem Sohn bei?

Sein aktuelles Programm „Euer Senf in meinem Leben“ (Regie: Ralf Lohr) ist Volker Weiningers bislang privatestes Programm, ein Programm von Menschen auf der Suche und vom ganz normalen Meinungswahnsinn um uns herum.

Quelle und mehr Informationen zu Volker Weininger: www.volker-weininger.de